| SYLVIA WENIG-KARASCH: Oles kleines Eierbuch |
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| ULRIKE LINNENBRINK: Herbstliebe |
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| ROBERT POWELL: Christus und der Mayakalender |
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| ERWIN SCHMIEDEL: Parzivals zweite Chance |
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LUTZ KREUTZER: |
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FRITZ FREY: |
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FRITZ FREY: |
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| SYLVIA WENIG-KARASCH: Oles kleines Eierbuch | |||
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| REZENSIONEN zu: | ULRIKE LINNENBRINK: Herbstliebe | ||
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Herbstliebe - ungeschminkt und unverschnörkelt beschreibt die Autorin Ulrike Linnenbrink in diesem Roman eine ganz besondere Lebensphase ihrer Protagonistin, einer Lehrerin mittleren Alters, die nach zwei gescheiterten, kinderlosen Ehen noch einmal die Liebe neu entdecken darf: Die Liebe zu einem deutlich jüngeren Mann, die ihr unter anderem auch das gibt, wonach sie sich ihr ganzes bisheriges Erwachsenenleben lang unbewusst gesehnt hat: sexuelle Erfüllung zu finden. Sylvia Wenig-Karasch - Hamburg, 19. Mai 2010 |
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Wenn ein Mann alles auf den Kopf stellt |
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| "Alt" und "Jung" sind Kategorien, die von den meisten Menschen des westlichen Kulturkreises in
gleicher Weise interpretiert werden. Bei Wärme- oder Kältegraden sprechen wir hingegen längst differenziert von "gefühlter" Temperatur. Mit Gefühl und Differenzierung hat auch der neue Roman von Ulrike Linnenbrink zu tun. Die Protagonistin im neuen Buch von Ulrike Linnenbrink, Carla Berger, wird von ihren Gefühlen überfallen, heftig und unerwartet. Sie erlebt, ungläubig zunächst, wie dieser Überfall ihr wohlgeordnetes Lehrerinnen-Leben in Un-Ordnung bringt. Gibt es denn in ihrer festgefügten Umwelt Platz für ein unwägbar Neues mit dem Potenzial, den zurechtgelegten Lebensplan über den Haufen zu werfen?, so fragt sie sich. Und woher sollte gerade sie den Mut nehmen, gesellschaftlich sanktionierte Muster zu durchbrechen? Dies nach zwei Scheidungen und bei einer Freundin, deren Herzschmerz-Geschichten bereits bedrohliche Folgen angenommen hatten. Carla wagt den Sprung ins Ungewisse und beschließt, ihrer Liebe zu einem 16 Jahre jüngeren Mann eine Chance zu geben. Die Hündin Shira, lange die einzige Adressatin von Streicheleinheiten, hatte Carlas Bedenken ohnehin von Anfang an schwanzwedelnd ignoriert. Neues Leben zieht im Hause Berger ein und entrümpelt alles, was bis anhin unumstößlich schien. Die sich nun entwickelnde stürmisch-zarte Idylle wird alsbald von plötzlich auftretenden Ungereimtheiten gestört. Geoffenbartes steht schmerzhaft in Frage. Für Carla beginnt eine Zeit der Unsicherheit und des Selbstzweifels. Um sich Gewissheit zu verschaffen, begibt sie sich auf einen Weg, der Verstellung und Täuschung notwendig macht. Sie riskiert dabei ihre neugeschenkte Lebenskraft, und sie tut es um den Preis von Wahrhaftigkeit. Ihr Handeln ist dabei ebenso radikal wie die Liebe selbst. Wen Verliebtheit überfällt und wer sich der Liebe öffnet, kommt in Kontakt mit tieferen Seins- Schichten. Wesentliches wird sichtbar, spürbar, fühlbar. "Jung" und "Alt" sind keine maßgebenden Konstanten mehr. "Herbstliebe" begleitet einen tagelang. Der Text besticht durch die Fähigkeit der Autorin, menschliches Verhalten präzise zu beobachten und weist Wege aus eigenen täglichen Selbstbegrenzungen. Das Buch verdient eine weite Verbreitung! Lesevergnügen und unvorhersehbare Aha-Erlebnisse sind unausweichlich. heja - Basel, 5. März 2010 |
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| Herbstliebe erzählt die Geschichte von Carla, die eines Tages nicht mehr nachvollziehen kann, wie sie zu der Person geworden ist, die ihr aus dem Spiegel entgegenblickt. Im Laufe der Zeit hat sie gewisse Wünsche, Werte und Facetten ihrer Persönlichkeit tief in sich begraben. Als sie sich in einen jüngeren Mann verliebt, der sie anspornt aus ihrem Panzer auszubrechen, wagt sie sich Schritt für Schritt zu ihrem eigentlichen Ich zurück. Doch das Zulassen von Gefühlen bringt auch Schmerz und Unsicherheit mit sich. So kommt es, dass Carla zuerst schwerwiegende Entscheidungen trifft, bevor sie endlich nach ihren Vorstellungen leben kann. Ulrike Linnenbrink präsentiert in ihrem Roman komplexe, lebensnahe Charaktere; allen voran Carla, die in ihrer Entwicklung so greifbar wird, dass sie einen noch lange nach der Lektüre beschäftigt. Herbstliebe verdeutlicht gekonnt die Schwierigkeit, vorgefertigte Meinungen und auferlegte Konventionen zu überwinden, wieviel Mut es dazu braucht, und schließlich, wie schön es sein kann, die eigenen Grenzen zu überwinden und Ja zu sagen zum Leben ... und zu der Liebe. Loredana-N. Fernandez - Schmiedrued, 10. Februar 2010 |
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| Wem ist es schon gelungen, sich gegen die Liebe zu wehren? Liebe ist mächtiger als alle Lebensvorsicht und lässt Vorurteile wegen des Altersunterschiedes in den Hintergrund treten. Eine Frau trifft einen Mann und verliebt sich in ihn. Eigentlich nichts Besonderes, denn es ist das ewig neue Spiel zwischen den Geschlechtern – schon seit alters her. In diesem Fall jedoch gibt es ein Problem, denn Paul ist 16 Jahre jünger als Carla, und auch wenn es heute immer "normaler" wird, dass eine ältere Frau sich mit einem jüngeren Mann zusammentut, ist es doch immer noch nicht so weit verbreitet und gesellschaftlich anerkannt wie im umgekehrten Fall. Ist Herz und Verstand aber einmal frei geworden für eine solche Beziehung, zählen diese Tatsachen nur noch am Rande. So auch bei diesem Liebespaar. Carla gibt also Pauls charmantem Werben nach. Na endlich! mag man als moderne und aufgeklärte Leserin denken. Der Himmel hängt plötzlich voller Geigen, dort, wo es zuvor nur Brummbässe gab. Doch er ist nicht ohne Wolken. Immer wieder fallen Schatten auf Pauls Gemüt. Er erscheint zuweilen nachdenklich und abwesend. Er verschweigt etwas. Was mag dies nur sein? Durch Neugierde und innere Seelennot getrieben, beginnt Carla nachzuforschen und kommt einem tragischen Ereignis auf die Spur, das in Pauls Leben noch immer nachhallt und die neu gefundene Liebe vor eine schwere Prüfung stellt. Die Geschichte zeigt den Weg durch immer noch vorhandene gesellschaftliche Vorurteile gegenüber wirklich individueller Lebensgestaltung. Auf spannende, ja meisterhafte Weise erzählt der Roman von diesem Zwiespalt und dem Ringen um die Unabhängigkeit einer Frau, die sich im Leben bewährt hat, die aber mehr und mehr auch ein Anrecht auf die innere Freiheit in ihrer persönlichen Entwicklung geltend macht. Dass dieser spannende Weg nicht reibungslos vor sich geht, liegt in der Natur des Lebens. Das Buch erscheint in einem leserfreundlichen Format und in angenehmer Gestaltung, schon die Coverabbildung weist den neugierigen Leser von "Herbstliebe" darauf hin, dass sich gegebenenfalls auf den Kopf stellen muss, wer dem Leben die Wendung geben will, die als die richtige empfunden wird. ©s.b. - Basel, d. 17. Februar 2010 |
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| REZENSIONEN zu: | ROBERT POWELL: Christus und der Mayakalender | ||
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Es gab bisher eine Fülle von Bemühungen, den Mayakalender
und das Geheimnis von „2012“ zu entschlüsseln. |
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Buchbesprechung Robert Powell Das jüngst in deutscher Sprache erschienene Buch des Mathematikers, Heileurythmisten und Astrologen Robert Powell stellt in gewisser Hinsicht ein Novum dar. Zum einen behandelt es das von anthroposophischer Seite bisher nicht oder nur knapp aufgegriffene Thema über das Ende des Maya-Kalenders am 21. Dezember 2012. Zum Anderen bringt es dieses Datum, genauer gesagt, ein dieses Datum umspannendes „Zeitfenster“ - um den Worten des Autors zu folgen - in Verbindung mit dem in anthroposophischen Kreisen hingegen bekannten, von Rudolf Steiner angekündigten Ereignis der Inkarnation Ahrimans: „Und ebenso wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation Luzifers, wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation des Christus, so wird es, ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird, eben im Westen eine wirkliche Inkarnation Ahrimans: Ahriman im Fleische."(1) |
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| In diesem Buch von Robert Powell wird man durch genaue Darstellungen von Zeitenzyklen, Sternenkonstellationen, Prophezeihungen der Bibel und Hinweisen Rudolf Steiners durch die gesammte Menschheitsentwickelung knapp geführt, um fundiert zum Verständnis des "Zeitfensters" in dem wir leben zu kommen. Das alles ist Hintergrund für das Verständnis, dass der Antichrist sich bemerkbar macht , welcher als Schatten des Christus im Ätherischen auftaucht. Um an diesen Geschehen nicht vorbei zu träumen ist dieses Buch sehr zu empfehlen. Gudrun D. Gundersen, Owingen |
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| REZENSIONEN zu: | ERWIN SCHMIEDEL: Parzivals zweite Chance | ||
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Erwin ist das lebende Beispiel für einen modernen Ritter. Ich bewundere seine Zivilcourage! Die Biografie vermittelt Mut, wie man aus schmerzhaften Schicksalschlägen und Ungerechtigkeiten wieder aufsteht und weiter kämpft. Wie Erwin seinen Weg zum professionellen Sänger findet, zeigt auf, dass jeder seine Bestimmung in sich trägt. Sein Schreibstil ist klar und direkt. |
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Erwin Schmiedel gibt einen authentischen Einblick in die Lebenswelt der Arbeiterklasse Wiens im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts. Er zeigt, wie die Großelterngeneration, geschockt und geschunden durch den zweiten Weltkrieg, zum Halt der Jugend werden muss, da die Eltern gezwungen sind, ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht in der durch normative Zwänge beengten Gesellschaft zu verdienen. Wie viele außerordentliche Begabungen dadurch beeinträchtigt oder verloren gehen, kann nur geahnt werden. Dass durch diese gesellschaftliche Situation die Welt des Kindes zerstört und durch den Existenzkampf der Eltern geprägt wird, ist leicht einsehbar. Kommen dazu Alkohol und Drogen ins Spiel, ist das ‚Ablaufdatum’ an den Betroffenen ablesbar. In dieser Atmosphäre bildet sich das sensible Seelenleben hinter den Gefechtsgräben des Überlebenskampfes, der selbst gegen den leiblichen Vater geführt werden muss, heraus. Da lebt etwas auf, was den ursprünglichen Bedürfnissen der menschlichen Seele gerecht werden will. Das Bedürfnis nach Heimat, nach Wärme und nach Liebe. Das Buch zeigt die oft verzweifelten Wege eines jungen Menschen, dem es durch viele verworrene Jahre seines Lebens gelingt, den Weg zu diesen Qualitäten zu finden. Indem er sie in sich selber findet, wird die Kraft wach, diese auch der Welt zu schenken. Ein erschütternder Weg, der den Leser betroffen macht. In seinem Erstlingswerk schildert Erwin Schmiedel in der schlichten, oftmals herben Sprache des Arbeiterkindes diesen Weg. Sein Erzählstil lässt die Bilder eines außergewöhnlichen Lebens realistisch an einem vorüberziehen. Manchmal scheint sich Erwin Schmiedel in einer Gegebenheit zu verlieren, wobei dann der Leser bald merkt, dass er sich nur scheinbar auf einem Nebengeleise befand, denn Nebenwege werden zu Impulsen für den roten Faden, der sich durch das Leben zieht und immer wieder verblüffende Wendungen und Kehren zeigt, die das Leben trotz allem lebenswert machen. Für Menschen, die das Leben lieben, ist diese autobiografische Erzählung ebenso wertvoll, wie für Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen können … und den Glauben an das Leben zu verlieren drohen. Das Buch zeigt, dass uns das Leben, trotz Ungerechtigkeit, Tragik und Drangsal in Bezug auf das Schicksal freundlich gestimmt ist. |
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| REZENSIONEN zu: | LUTZ KREUTZER: Gott würfelt doch |
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Welcher Verlag sucht nicht danach: Deutsche Autoren, die packend erzählen können, ohne mit dem erhobenen moralischen Zeigefinger daher zu kommen? Zu dieser seltenen Spezies des gehobenen Unterhaltungs-Genres gehört Lutz Kreutzer. "Gott würfelt doch" ist anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur im besten Wortsinn und lässt sich inhaltlich am ehesten als deutsch-deutscher Thriller umschreiben. Wobei dieses Schubladendenken dem Buch nicht wirklich gerecht wird, dafür ist das Werk schlichtweg zu komplex angelegt. Die spannende und gleichzeitig kurzweilige Geschichte beschreibt das abenteuerliche Leben des Protagonisten Walter Landes, der als Mörder lebenslänglich verurteilt wird, und erst frei kommt, als klar wird, dass er gar nicht der ist, für den ihn das Gericht hielt ... Werke dieser Art gehören nach wie vor zu den Buchthemen, die ein breites Lese-Publikum ansprechen. Vor allem, wenn das Manuskript derart detailgenau und akribisch erarbeitet wurde wie "Gott würfelt doch". Historische Wahrheit und Fiktion gehen eine höchst spannende Ehe ein, wobei es dem Autor gelingt, sein großes Faktenwissen ausgesprochen unaufdringlich in den Fluss der Geschichte einzubetten. "Gott würfelt doch" setzt ein mit einem Prolog, den Walter Landes kurz nach seiner Verurteilung im Gefängnis schreibt. Sie haben mich verurteilt, weil ich, Walter Landes, am 16. Juli 1988, siebenundzwanzigjährig, angeblich mich, Walter Landes, heimtückisch getötet habe. Wie konnte es zu diesem abstrusen Fehlurteil kommen? Ein Blick zurück gibt Aufschluss. Landes Vater, ein angesehener Bio-Mediziner, und seine Mutter haben einen Unfall in der DDR. Die Mutter verletzt sich dabei so schwer, dass sie ihre Zwillinge in der DDR entbinden muss. Dabei stirbt Walters Zwillingsschwester - angeblich. Walter wird von einem Arzt namens Dr. Böhler auf die Welt gebracht. Die folgenden Jahre sind wenig spektakulär. Walter beginnt Biologie zu studieren, sein Vater steigt zu einer Kapazität auf dem Gebiet der Genforschung auf. 1985 beendet Walter sein Studium und beginnt als Hochschulassistent in Köln. Der Weg einer erfolgreichen Wissenschaftlerkarriere scheint vorgezeichnet. Abgerundet wird das großbürgerliche Glück, als Anna in Walters Leben tritt. Ihr Lachen erzeugte in mir eine Wärme, wie sie bis dahin niemand in mir geweckt hatte. Ich hatte andere Frauen sehr gerne gemocht, aber so wie Anna hatte mich noch keine im Herzen berührt. Es folgt eine Irrfahrt durch ein schier unglaubliches Leben. Alles, was einst den Menschen Walter Landes ausgemacht hat, gilt nicht mehr, Wahrheiten entpuppen sich als Lügen, Sicherheiten als Trugschluss, und sogar Tote stehen wieder auf. Es beginnt mit einer Tour, die Anna nach Madeira macht. 14 Tage will sie auf die Insel, sie reist allein - und verschwindet spurlos. Gefunden werden nur ihre Sachen, oberhalb einer Klippe. Die Polizei und auch Walter gehen von einem Gewaltverbrechen aus. Walter Landes, der inzwischen in Aachen lebt, sucht im Dom nach Trost für den vermeintlichen Verlust. Doch statt Ruhe zu finden, nimmt der Reigen aus surreal anmutenden Verwirrspielen zusätzlich Fahrt auf. Ich blickte in die hohe Kuppel hinauf, dorthin, wo der Leuchter des Barbarossa befestigt ist. Und als mein Blick hinab schweifte zu dem großen Arkadenrundgang, da sah ich ihn. Ich war wie erstarrt! Dort oben auf der Empore, halb hinter einer der schwarzen Säulen verborgen, stand ich! Der Doppelgänger entpuppt sich als Konrad Landes, Walters leibhaftiger Zwillingsbruder. Die Geschichte, die Konrad erzählt, ist aberwitzig. Walter habe niemals eine Zwillingsschwester gehabt. Das tote Mädchen, das seinen Eltern gezeigt wurde, sei eine Fremde gewesen. Ihn, Konrad, habe man in der DDR erzogen - als Kopie Walters. Nun sei er in die Bundesrepublik gekommen, um Walter zu ermorden und seine Position einzunehmen. Auf diese Weise wolle die Stasi an die geheimen Forschungsergebnisse seines Vaters heran kommen. Wenn du es nicht begreifen willst: Ich bin auf dich trainiert. Man hat es mir so beigebracht, bis hin zur Sprache. Wegen deiner Existenz hat man mich mein Leben lang eingesperrt in einem Zimmer, das dem deinen glich wie ein Ei dem anderen ... Auch Annas vermeintlicher Tod geht auf das Konto der Staatssicherheit. Sie haben Anna verschwinden lassen, um dich vollkommen aus der Bahn zu werfen. Doch die List der Stasi geht nicht auf. Statt Walter zu ermorden, weiht ihn Konrad in die perfiden Planspiele ein. Gemeinsam reisen sie zu Dimitrios, einem Ex-Spion der DDR, der Konrads Lehrmeister war. Sie erfahren, dass ihre Mutter eine Jüdin und ein Mengele-Zwilling war, der seine Schwester bei bestialischen Experimenten des berüchtigten Nazi-Arztes in Auschwitz verlor. Als sogenannter "Vergleichzwilling" überlebte ihre Mutter. Doch damit nicht genug. Ihr Vater hatte den gleichen Lehrer wie Mengele, und die Stasi vermutet, dass er weiß, wo die verloren gegangenen Geheimunterlagen des KZ-Arztes versteckt sind. Deren Wert ist für die DDR-Oberen ausgesprochen groß. Kurz darauf wird Konrad von der Stasi ermordet. Er hat den Platz freiwillig mit Walter getauscht. Konrad spielte mich, ja er spielte mich. Es war die Rolle seines Lebens, die er aufführte, und endlich konnte er mir beweisen, dass er gut darin war! Die Stasi-Unterlagen, die nach dem Mauerfall entdeckt werden, offenbaren die menschenverachtenden Pläne, Walter Landes durch seinen Zwillingsbruder Konrad auszutauschen. Walter kommt vor Gericht. Die Anklage lautete auf vorsätzlichen Mord. Der Staatsanwalt wies auf die besondere Heimtücke hin, auf den Umstand, dass die gesamte Aktion von langer Hand eingefädelt worden sei. Schnell wird klar: Die Stasi hat ganze Arbeit geleistet. Nichts scheint Walter und Konrad Landes voneinander zu unterscheiden. Den Richtern bleibt kaum eine andere Wahl, als Walter Landes lebenslang ins Gefängnis zu schicken. In seiner Haftzeit lernt er die Psychologin Martina Semmler kennen, die seine Aufzeichnungen liest, und die an seiner Schuld zweifelt. Über sie kommt er der vermeintlich toten Anna auf die Spur, die von der Stasi nicht ermordet, sondern "nur" nach Kuba entführt wurde. Auf Grund Annas Aussage kommt Walter frei - doch das erhoffte ruhige Leben an der Seite Annas bleibt ein Traum. Walter beginnt eine Odyssee. Die Suche führt Walter und Anna in den Vatikan, in Mengeles Heimatstadt Günzburg und nach Brasilien, in eine Fluchtburg der Nazis. Dort kommt es zum Showdown - und Walter muss erkennen, dass es in seinem Leben keine Wahrheiten zu geben scheint. Selbst ihm ist eine Rolle zugedacht in diesem großen Spiel, das andere inszeniert haben ... Fazit: Ohne Frage ist "Gott würfelt doch" mehr als bloße Unterhaltungsliteratur. Dem Autor geht es auch darum, die moralischen Grenzen einer scheinbar grenzenlosen Wissenschaft aufzuzeigen. Nebenbei gewährt er Einblicke in die Denkschemata totalitärer Regime, ohne jedoch dabei der Handlung ihren Lauf zu nehmen. |
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Mit diesem Buch gelingt es dem Autor die gleich zu Beginn erzeugte Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten. Mit klarer Sprache beschreibt er die verschiedenen, hervorragend recherchierten Schauplätze und die Charaktere der unterschiedlichen Personen. Ein Schmöker, der mich nicht mehr losgelassen und immer wieder sehr stark emotional berührt hat. |
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| Lutz Kreutzer gelingt mit -Gott würfelt doch- ein unglaublich spannendes Werk. Mit klarer Sprache, absolut genauen Recherchen über die historischen Abläufe und deren Schauplätze, sowie das Zusammmenspiel unterschiedlichster Charaktere erzählt der Autor eine Geschichte, die ich jedem Leser ans Herz legen möchte. Das tragische Schicksal des Protagonisten hat mich emotional total gepackt und so neugierig gemacht, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Daphne - libri.de |
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| Gleich auf den ersten Seiten zieht Kreutzer uns in eine Story, die bis zum Schluss fesselt. "Gott würfelt doch" ist in einer klaren und schönen Sprache geschrieben, das Thema spannend, die Charaktere glaubhaft mit ihren Ecken und Kanten. Der Plot bietet überraschende Wendungen und eine Auflösung, die schon fast ins Surreale spielt. |
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Gott würfelt doch" ist ein durch und durch spannendes, packendes und unterhaltsames Buch, das man - einmal aufgeschlagen - nicht mehr aus der Hand geben möchte. |
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Gott würfelt doch" ist ein meisterhaft recherchierter und geschriebener Roman um ein dunkles Kapitel der Nazi-Zeit. Man wird als Leser bald hineingezogen in die Geschichte des Walter Landes und seines vermeintlichen Doppelgängers. Kaum glaubt man, den Plot begriffen zu haben, gibt es wieder einen neuen Erzählstrang. Begeistert haben mich auch die geografischen Details der handelnden Plätze und Sehenswürdigkeiten. Man bekommt Lust die Reise des Walter Landes nachzumachen. Ein rundum gelungenes Buch - ich freue mich schon auf mehr von diesem Autor. |
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| REZENSIONEN zu: | |||
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Die Entwicklung des Individuums und seine Emanzipation aus dem Kollektiv stellen die Hauptherausforderung der modernen Zeit dar. Wie kann ein staatlich-nationales Gebilde dieser Entwicklung gerecht werden? Wie können die Nationen den Nationalismus überwinden, ohne ihre Identität zu verlieren und sich dennoch in ein supranationales Gebilde einfügen? Das sind die künftigen Herausforderungen, die an Europa gestellt werden. Wege dazu sind im Buch 'Europa zwischen Ost und West. Individualität und Egoismus im alten und im neuen Europa.' (Autor: Fritz Frey) spannend entwickelt. Die Zukunft Europas kann nur eine Gemeinschaft sein, die aus der Freiheit der Nationen und der Individuen gewollt ist. Europa kann nur verstanden werden, wenn seine Entwicklung unter den Gesichtspunkten der Emanzipation des Menschen und der Völker als Nationalitäten betrachtet wird. Das Buch 'Europa zwischen Ost und West. Individualität und Egoismus im alten und im neuen Europa.' zeigt, wie der Egoismus als Durchgangspunkt zur freien Individualität, die aus eigenen Intensionen, eben frei, den Weg zur Gemeinschaft sucht, absolut notwendig ist. Er kann erst durch den freien Willen zur Gemeinschaftsbildung überwunden werden. Ebenso verhält es sich mit dem Nationalismus der Völker Europas. Der Nationalismus als notwendige Erscheinung des 19. Jahrhunderts muss von der Nation aus freiem Willen zu einer europäischen Gemeinschaft überwunden werden, wenn es nicht zu Katastrophen wie jenen von 1914 - 1945 oder im Balkan kommen soll. Dies beinhaltet aber nicht die Auflösung der Nationen oder der Nationalitäten. Im Gegenteil: Erst durch die Vielfalt der Kulturen in Europa, die sich in den Nationalitäten, eben nicht in den Nationalismen, widerspiegelt, kann sich die wahre Kraft Europas entwickeln. Wie das Individuum nur durch die Überwindung des Egoismus eine wirkliche Individualität werden kann, so kann die Nation nur durch Überwindung des Nationalismus zu einer Nationalität werden, die aus der Freiheit der kulturellen Entwicklung eines Volkes heraus, den Beitrag aus seiner Eigenart zu einer Gemeinschaft der Völker Europas leisten will. Durch eine solche Entwicklung kann sich eine blühende Ökonomie, die auf freier Solidarität gründet, entwickeln. Einer Solidarität, die aus Freiheit gewollt und kein erzwungener Funktionärs-Sozialismus ist. Europa als Union der Völker (Wir sind das Volk!), die sich aus freiem Willen (nicht aufgrund von Absprachen zwischen an Interessen gebundenen Parlamentariern) zu einer föderalistischen Union zusammenschließen, ist das Ziel. Ein zentralistisches Europa der Funktionäre, entspricht nicht dem Charakter Europas. Ein solches Europa hat keine Zukunft und kann nur ins Chaos führen, das von einem strengen, zentralistischen Überwachungsstaat geordnet werden muss. Ein föderalistisches Europa, im freien Zusammenwirken der Nationen, das unabhängig von jeglicher Hegemonialmacht seinen autonomen Weg findet, kann dieses Chaos verhindern. Das Buch zeigt Wege auf, die dem wahren Wesen Europas entsprechen und verhindern, dass Zustände, wie sie vor dem 2. Weltkrieg und später im Balkan herrschten und z.T. noch herrschen, erneutes Unglück über Europa bringen. Ein lesenswertes Buch mit wirklich neuen Ideen, die in die Zukunft führen. SB/tz |
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| Europa ist im Gespräch- und das nicht erst seit Donald Rumsfeld 2003 mit seinen Aussagen zum alten Europa die Staatengemeinschaft in Unterstützer und Gegner des Irakkrieges zu spalten suchte. An diesem Punkt setzt Fritz Frey in seinem Buch 'Europa zwischen Ost und West' (BoD Norderstedt) an. Kritisch hinterfragt er, was das 'alte Europa' sein soll, was es heute im Zuge der Globalisierung und hegemonialer Bestrebungen der Weltmacht USA darstellt und welche Rolle es in der - geeinten - Zukunft spielt! Im Mittelpunkt seiner innovativen Analyse stehen Mensch und kulturelle Vielfalt: Werden Individuen und historische Völkergemeinschaften tatsächlich im Prozess des Zusammenwachsens respektiert; was sind Grundlagen eines gesunden sozialen Zusammenlebens und unter welchen Bedingungen kann innerstaatliches, wirtschaftliches Wohlergehen bestehen? Mit diesen hoch spannenden Ausführungen wird nicht nur die aktuelle Brüsseler Politik durchleuchtet, auch Freude am Europagedanken wird wach! Wer in die Zukunft denken will, muss erst die Vergangenheit verstehen. Mit diesem Ansatz macht sich der Autor auf eine faszinierende Reise durch die letzten Jahrhunderte bis zum Beginn Europas- so werden modernes (und postmodernes) Bewusstsein in Bezug auf Egoismus und Individualismus sowie Nationalismus und Nationalität erst richtig verständlich! Kompetent durchforscht Fritz Frey hegemonial agierende Reiche wie das römische oder napoleonische auf ihre Kernaspekte und veranschaulicht Zusammenhänge der Staatenentwicklung in Bezug auf Ökonomie und Kultur. Wie entsteht letztere und wie wirkt sie auf die politische Klasse? Unter Einbezug soziologischer und anthropologischer Erkenntnisse werden gesellschaftliche Evolution und individuelle Emanzipation anhand des alten theokratischen Griechenlands und des kaiserlichen Roms dargestellt. Wie wirken Zerfall des Römischen Reiches, Bildung der Nationalstaaten, Weltkriege und EU-Aufbau auf die Menschen? Hier wird ein hoch interessanter Bogen gespannt von der Antike bis heute, der keine Fragen offen lässt! Oder doch? Dann sollten Sie weiterlesen, denn auch die gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Strukturen sowie ihre Wirkungen auf das menschliche Wohlergehen werden detailreich und mit grossem Engagement für wahre Individualität versus einsam machenden Egoismus geschildert. Hanns-Martin Wietek |
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| REZENSIONEN zu: | |||
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Auf anspruchsvolle, aber nicht überhebliche
Weise wird eine subtile Kritik an der subjektivistischen Denkweise des
20. Jahrhunderts geschrieben. Diese untersucht die Anfänge des Strukturalismus
in der Sprachphilosophie und ihr sich entwickelnder Einfluss bis zum intersubjektiven
Relativismus, der in den 60er Jahren seinen Ausgang nimmt und in den Konstruktivismus
mündet, der heute das Denken an den Universitäten bestimmt und
von da unreflektiert in den Alltag fliesst. Der doch zur Phrase degradierte
Ausspruch Es ist halt alles subjektiv. wird gründlich zu Ende gedacht
und der Autor kommt zu erstaunlichen Ergebnissen, welche die Gedanken
der Dekonstruktion bei den späten Foucault, Deleuze, Guattari und
vor allem bei Derrida, ohne diese allerdings explizit zu erwähnen,
in einer bestechenden Klarheit zu Ende führen. Die Welt ist nur dasjenige,
was wir in sie hineindenken, die Wirklichkeit können wir niemals
erkennen, so lautet der Ansatz des Konstruktivismus, der seinen Ausgangspunkt
bei Kant hat. Dass diese doch recht dogmatische Anschauung nicht für
alle Zeiten Bestand haben kann, wurde von den erwähnten Poststrukturalisten
klar dargelegt. Nicht das Konstruierte, nicht das Gesagte führt uns
zur Wirklichkeit, sondern die Differenz dazu, also das Nicht-Gesagte und
das Nicht-Konstruierte. Wie aber lässt sich dies in einer geführten
Bewusstseinsklarheit erfahren? Darauf fanden die Poststrukturalisten keine
Antwort. Jacques Derrida kam kurz vor seinem Tode zu der Erfahrung, dass
sich diese Wirklichkeit auf ekstatische Weise erleben lassen muss. Die
bittere Konsequenz davon aber ist die, dass dann der Ich-Verlust eintritt
und wir in die geistige Umnachtung versinken. Die Informationslücke zeigt in durchsichtiger, wissenschaftlicher Abhandlung, die für jeden Menschen nachvollziehbar ist, dass die Dekonstruktion möglich wird, wenn sich der Denker auf die Erfahrung seines eigenen Denkens bezieht. Diese Willensanstrengung lohnt sich. Im Nachvollziehen des im Buche Dargestellten, wird man auf die Doppelerfahrung seines Ich aufmerksam. Der Autor hat in den Text Übungen eingeflochten, durch welche es gelingt zur Erfahrung folgenden Erlebens zu gelangen: Ich lese und ich schaue mir beim Lesen zu. Im Extrem kann dieses Erleben sich steigern zu: Ich denke und ich schaue mir beim Denken zu. Diese bewusste Erfahrung eines Doppel-Ich, die keinesfalls einen mystifizierenden Charakter trägt, führt den Leser und den denkenden Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem Bewusstseinsdurchbruch. Durch diesen gelingt es ihm, die Hoffnungslosigkeit eines Niklas Luhmann, der in seinen Vorlesungen zum systemischen Konstruktivismus immer wieder mit Kafka zu sagen pflegte: Es gibt viel Hoffnung, aber nicht für uns! zu überwinden. Durch diese Überwindung wird eine Grundlage dafür geschaffen, dass in der Such(t)tendenz der Fun-und Lifestyle Gesellschaft, die nur allzu oft in Depression und Verzweiflung mündet, ein Weg zur Selbstgestaltung aus den Lebensrealitäten heraus finden kann. Diese Grundlage zeigt das Buch Die Informationslücke im Erlebnis der Form- und Gestaltkraft des individuellen Denkwillens durch den das Allgemeine der Wirklichkeit der Idee in der Welt erkannt werden kann. Daraus fliessen die Impulse für das Erleben einer subjekt-allgemeinen Wirklichkeit. Nach der Lektüre dieses Buches steht man gestärkt vor den Aufgaben des praktischen Alltags und erkennt, dass man doch nicht so ohnmächtig im Subjektivismus gefangen ist, wie einem das über Jahrzehnte eingeredet wurde. Petra |
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| Das Buch 'Die Informationsücke. Ist die
Selbstbestimmung des Menschen eine Illusion?' durchkämmt auf undogmatische
und unorthodoxe Weise die Lehrmeinungen, welche das 20. Jahrhundert geprägt
haben und weist unerbittlich auf die Schwachstellen der Theorien hin.
Schwachstellen, die Mensch und Welt zu reinen Konstrukten erklären,
von deren Wirklichkeit nichts gewusst werden kann. Das Buch führt
real vor Augen, wohin eine Haltung führt, die von diesen Theorien
ausgeht. Der Verlust des Wirklichkeits- und Wahrheitsgefühls muss
zwingend in die Unfreiheit durch normative Konventionen führen, welche
uns von aussen bestimmen. Der Durchbruch zur Ebene der realen Wirklichkeit
geschieht in einer gründlichen Analyse der unser Bewusstsein prägenden
Theorien, die in der Gen- und in der Gehirnforschung Furore machen. Im
Durchdenken dieser Analyse erhält der Leser die Möglichkeit,
auf die selbstgestaltende Kraft seines autonomen Denkens aufmerksam zu
werden. Welche Konsequenzen dies nach sich zieht, hat der Autor in seinem
zweiten Buch 'Der entscheidende Zeit- Not- wendige Schritt' ausgearbeitet. Lothar Spiegel |
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| Dieses Buch stellt eine wichtige Grundlage
dar für das Verständnis dessen, was sich in der Überwindung
der Kritischen Theorie (Frankfurter Schule um Adorno, Habermas und Marcuse)durch
den Poststrukturalismus der späten susan sontag, Foucault, Derrida,
Deleuze und Guattari ahnend ankündigt: Der Weg zu einem wirklichen
und autonomen Denken. Auf dieser Grundlage lässt sich eine echte
und zeitgemässe Gesellschaftskritik aufbauen, die einen Weg aufzeigt,
wie in der sich selbst dekonstruierenden Gesellschaft der innere Ruhepunkt
der Denkautonomie gefunden und bewahrt werden kann. Hehost |
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| Das Buch zeigt auf, wie wir durch unser assoziatives
Denken in der reinen Illusion der sich selbst organisierenden Vorstellungen
sind und so in einem Vorstellungsbewusstsein von unserem Ich sind, dass
von den Gen- und Gehirnforschern systemstheoretisch als Illusion bezeichnet
wird. Dass wir aber den Theorien entgegendenken können, ist bedingt
durch die Kraft des wirklichen Denkens, das ein Wollen ist und durch das
wir die Theorie der sich selber organisierenden Materie aus der unser
Ichbewusstsein induktiv entstehe, widerlegen können. Durch das Denken
des Gegenteils der Theorie ist beweisbar, dass die Theorie der Selbstorganisation
nicht stimmen kann. Wie käme sonst das selbstorganisierte (autopoietische)
System dazu sich selber zu widerlegen. So zeigt das Buch auf wissenschaftlich
exakte Weise, dass der Mensch über ein eigenständiges und freies
Denken verfügt. Eine Erkenntnis gegen die sich heute eine dogmatische
Wissenschaft, eine gierige Ökonomie und die tief verunsicherten religiösen
Institutionen mit Händen und Füssen wehren. Hubertus |
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| Durch unzählige Bücher mit Resultaten
aus der Gehirnforschung wird uns langsam immer klarer, dass unser Ich
- Bewusstsein nur eine Illusion sein soll. Frey geht diese moderne Lehrmeinung
grundlegend an und kommt zum Resultat, dass unserem Bewusstsein zwei Strukturen
zu Grunde liegen. Eine Primärstruktur, als Resultat der direkten
Aktivität unseres Denkwillens, der als Wirklichkeit im Menschen noch
unbewusst oder nur teilbewusst ist und eine Sekundärstruktur, die
als Spiegelbild dieser Primärstruktur in unserem Vorstellungsleben
als die Illusion besteht, von der die Gehirnforscher reden. Frey zeigt
auf, dass es eine Möglichkeit gibt, zu dieser Aktivität der
primären Strukturbildung vorzustossen und den Denkwillen als bewusste
Welt - und Selbstgestaltungskraft zu erfahren. Reine Empirie. Er nennt
diesen Bewusstseinsdruchbruch die Mentalebene III. Dies im Gegensatz zur
Mentalebene I unseres Empfindungslebens und der Mentalebene II des Lebens
im Alltags - Verstandesbewusstsein, das als Resultat der Interaktion des
Subjekts mit der Umwelt vorliegt. Es wird klar, dass die Gehirnforscher nur auf der Mentalebene II forschen. Sie folgen darin getreu dem dogmatischen Philosophen Kant, der sagt dass die Erkenntnis des Ich an sich sowie des Dinges an sich nicht möglich sei. Diese alte Lehrmeinung ist jedoch seit Ende des zwanzigsten Jahrhunderts durch die Forschungen der Sprachphilosophen Quine und Davidson überholt. Frey zeigt, dass Steiner schon Ende des 19. Jahrhundert aufgezeigt hat, dass die dogmatische Auffassung Kants die Wissenschaft und die Menschheit in ihrer Entwicklung blockiert. Resultat davon ist der Konstruktivismus. Was ist jedech, wenn wir uns nur noch als Konstrukte und keine Wirklichkeiten mehr betrachten. Es kommt zur absoluten Rücksichtslosigkeit unter den Menschen. Sind wir denn nicht schon hier angelangt? Ja, aber es gibt einen Ausweg! Dieser ist in der Informationslücke angedeutet, müsste aber noch konkreter ausgearbeitet werden. Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Remo |
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| Eine sehr hintergründige Betrachtung,
welche den postmodernen Relativismus als eine Art von Determinismus betrachtet,
der zu einer dogmatischen Naturwissenschaft führt. Wer dieses anspruchsvolle Buch durcharbeitet, hat grossen Gewinn und kann Zeiterscheinungen verstehen lernen. Sibylla Breitenstein |
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